Kurze, ehrliche Antwort: CBD beim Vapen ist für die meisten gesunden Erwachsenen bei niedrigen bis moderaten Mengen wahrscheinlich leberschonend. Es gibt aber Ausnahmen. Hohe CBD-Dosen, bestimmte Medikamente (CYP450!), vorbestehende Leberprobleme oder Alkohol können die Leberwerte anheben. Und: Es gibt deutlich mehr Daten zu oralem CBD als zum Inhalieren. Heißt für dich: mit Plan vorgehen, Dosis kennen, Wechselwirkungen checken, Warnzeichen ernst nehmen.
Die Kernfrage zuerst: Schädigt CBD die Leber? Aus klinischen Studien mit hoch dosiertem, reinem CBD (Arzneimittelqualität) wissen wir, dass sich Leberenzyme erhöhen können. Das war am deutlichsten in Epilepsiestudien mit 10-20 mg/kg Körpergewicht pro Tag. In diesen Dosen sah man teils deutliche ALT/AST-Anstiege, vor allem, wenn gleichzeitig Valproat eingenommen wurde.
Konkrete Daten: In einer Neugeborenen- und Kinderkohorte mit Dravet-Syndrom (Devinsky et al., New England Journal of Medicine, 2017) traten ALT-Erhöhungen >3× obere Norm bei etwa 16% der Patienten auf, wenn 20 mg/kg/Tag CBD plus Valproat gegeben wurden; ohne Valproat war die Rate deutlich niedriger. Ähnliche Signale gab es in Lennox-Gastaut-Studien (Thiele et al., 2018). Die US-Zulassung von CBD (Epidiolex) enthält deshalb eine klare Empfehlung für regelmäßige Leberwertkontrollen.
Wichtig für dich als Nutzer eines Vaporizers: Diese Studien betreffen orale Gabe mit starker Leberpassage beim ersten Durchgang (First-Pass-Metabolismus). Beim Inhalieren gelangt ein größerer Anteil des Wirkstoffs sofort in den Blutkreislauf der Lunge, umgeht die Leber teilweise beim ersten Umlauf und verteilt sich schneller. Das kann die Leberlast pro mg senken, sagt aber nicht automatisch, dass hohe Blutspiegel beim Dauervapen harmlos sind. Systemische Effekte und Enzymhemmung passieren trotzdem.
Tierdaten? In einer Mausstudie (Ewing et al., Molecules, 2019) führten extrem hohe CBD-Dosen zu Leberveränderungen. Die Dosen lagen weit über dem, was Menschen üblicherweise nutzen. Nützlich als Warnhinweis, aber nicht 1:1 auf normales Vapen übertragbar.
Was fehlt 2025 noch? Gute, kontrollierte Studien speziell zum Vapen von CBD und Leberwerten bei Erwachsenen. Bisherige Humanstudien zum Inhalieren fokussieren auf Blutspiegel, Sicherheit kurzfristig und subjektive Effekte - Leberenzyme waren selten Hauptziel. Das spricht nicht gegen Sicherheit, zeigt aber die Datenlücke. Bis die geschlossen ist, gilt: konservativ dosieren und persönliche Risiken managen.
Studie/Quelle | Population/Modell | Gabe/Dosis | Leber-Effekt | Hinweis |
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Devinsky 2017 (NEJM) | Dravet-Syndrom (Kinder) | Oral 20 mg/kg/Tag | ALT>3× ULN ca. 16% (mit Valproat) | Höchste Raten bei Kombi mit Valproat |
Thiele 2018 (Lennox-Gastaut) | Epilepsie (Kinder/Jugendliche) | Oral 10-20 mg/kg/Tag | Erhöhte Transaminasen; dosisabhängig | Monitoring im Label empfohlen |
FDA/Labeldaten zu reinem CBD | Erwachsene/Kinder | Oral, hohe Dosen | Leberwerte-Anstieg v. a. in Kombi-Medikation | Baseline- und Verlaufskontrollen |
Ewing 2019 (Maus) | Mausmodell | Sehr hohe CBD-Dosen | Hepatotoxische Zeichen | Übertragbarkeit begrenzt |
Human-PK Inhalation (z. B. Ohlsson 1986; Huestis-Übersichten) | Gesunde | Inhalation, Einzelgaben | Keine konsistenten LFT-Daten | Datenlücke bei Langzeit-Leberwerten |
Mechanistisch passt das Bild: CBD wird in der Leber über CYP3A4 und CYP2C19 abgebaut und bremst diese Enzyme zugleich. Damit steigen Spiegel anderer Medikamente, die darüber laufen. Und erhöhte Spiegel können die Leber zusätzlich belasten. Deswegen sind Interaktionen nicht nur eine Frage von „wirkt stärker oder schwächer“, sondern auch von „steigt mein Leberrisiko“.
Unterm Strich: Das typische Freizeit- oder Wellness-Vapen mit kleinen bis mittleren Mengen bringt selten auffällige Leberwerte, solange keine großen Risikofaktoren da sind. Hohe Dosen, Dauergebrauch und bestimmte Kombis sind die Ausnahmen, bei denen du aufpassen musst.
Beim Öl schluckst du CBD - es geht durch Magen, Darm und als Erstes durch die Leber. Ein Teil wird dort direkt verstoffwechselt. Beim Vapen nimmst du CBD über die Lunge auf. Das umgeht den ersten Leberdurchgang teilweise und liefert schneller messbare Blutspiegel. Die Bioverfügbarkeit ist beim Inhalieren meist höher als bei oral, die Spannbreite ist aber groß (Gerät, Zugtechnik, Liquid-Formulierung).
Was bedeutet das für die Leber? Wenn du die gleiche Milligramm-Menge oral vs. inhalativ vergleichst, landet beim Öl relativ mehr vom Stoff im ersten Schub direkt in der Leber. Beim Vapen verteilt es sich, bevor die Leber an der Reihe ist. Deswegen ist pro mg die unmittelbare Leberlast beim Vapen wohl geringer. Trotzdem gilt: Hohe Blutspiegel hemmen CYP-Enzyme und können die Leberwerte mit der Zeit antreiben. Es ist also kein Freifahrtschein, sondern eher ein kleiner Vorteil bei moderatem Gebrauch.
Wieviel CBD steckt in einem Zug? Das variiert. Viele CBD-Kartuschen enthalten 250-1000 mg CBD pro 0,5-1,0 ml. Je nach Gerät und Zuglänge liefern einzelne Züge oft etwa 1-3 mg CBD. Das ist ein grober Richtwert, kein Gesetz. Wenn du die mg nicht kennst, bist du blind unterwegs. Schau in das Laborzertifikat (COA) und rechne einmal nach.
Welche Rolle spielen Trägerstoffe und Zusätze? Für die Leber sind vor allem zwei Punkte relevant: Erstens, was du einatmest, sollte nicht selbst problematisch sein (keine Öle wie MCT, kein Vitamin-E-Acetat - das war der Auslöser der EVALI-Welle bei illegalen THC-Carts 2019). Zweitens, weil du beim Vapen oft kürzere, wiederholte Dosen nimmst, ist die Gesamttagesdosis übers Jahr entscheidend. Viele kleine Züge summieren sich.
Noch ein Punkt: Essen beeinflusst die orale Aufnahme stark (Fett erhöht die Bioverfügbarkeit), beim Vapen spielt das kaum eine Rolle. Dafür ist beim Inhalieren die Temperatur relevant. Extrem hohe Temperaturen können Nebenprodukte erzeugen, die keiner will. Bleib im empfohlenen Leistungsbereich deines Geräts.
Praktische Heuristiken für den Alltag:
Die Leber ist robust, aber sie hat Regeln. Wenn eine von diesen auf dich passt, geh besonders sorgfältig vor:
Die wichtigsten Wechselwirkungen, die 2025 immer wieder auftauchen:
Warnzeichen, die du nicht wegignorieren solltest:
Wenn so etwas auftaucht: sofort pausieren, Leberwerte checken lassen. Labor-Trigger, die klar für einen Stopp sprechen: ALT oder AST mehr als 3× die obere Normgrenze, oder Anstieg mit Symptomen. Das ist die Daumenregel, die auch aus Arzneimittel-Labels bekannt ist.
Produktqualität ist ein eigener Risikofaktor. Achte auf:
Rechtlicher Rahmen (Deutschland/EU, 2025): CBD ist nicht berauschend, aber als Lebensmittel gilt es in der EU meist als Novel Food. Für E-Liquids ohne Nikotin gelten andere Regeln als für Nikotinprodukte; trotzdem sind verbotene Zusätze tabu. Seriöse Anbieter halten sich an Prüfstandards und deklarieren Inhaltsstoffe sauber. THC muss im rechtlichen Rahmen bleiben (Hanfgrenzen beachten).
Wenn du die Leber schonen und trotzdem von CBD profitieren willst, hilft ein klarer Plan. So gehe ich es an:
Kleine Checkliste zum Ausdrucken oder Abspeichern:
Häufige Stolperfallen und wie du sie vermeidest:
Mini-FAQ - kurz und knackig:
Wirkt Vapen an der Leber vorbei? Nicht ganz. Es umgeht den ersten Leberdurchgang teilweise, aber die Leber baut CBD später trotzdem ab. Systemische Effekte bleiben.
Ist Vapen leberschonender als Öl? Pro mg oft ja, weil weniger First-Pass. Aber hohe Gesamtblutspiegel und Enzymhemmung bleiben Faktoren.
Darf ich mit Fettleber vapen? Möglich, aber konservativ. Niedrige Dosen, enges Monitoring, idealerweise ärztlich begleitet.
CBD gegen Fettleber? Es gibt erste präklinische Hinweise auf positive Effekte bei Entzündung und Stoffwechsel, aber keine belastbaren klinischen Daten für die Therapie. Nutze es nicht als Ersatz für Gewichtsreduktion, Bewegung und Ernährung.
Alkohol dazu? Besser nicht zeitgleich. Wenn doch, moderat bleiben und auf Signale achten.
Wie schnell normalisieren sich erhöhte Leberwerte nach Stopp? Häufig in Tagen bis wenigen Wochen. Das gehört ärztlich begleitet, besonders wenn die Werte hoch waren.
Woran erkenne ich ein gutes Liquid? COA, klare Deklaration, keine Öle, vernünftige Dosierung, seriöser Hersteller. Alles andere: Finger weg.
Ein Wort zum Stil des Konsums: Viele nutzen CBD Vaping situativ - zwei Züge vor dem Schlafen oder nach dem Training. Das ist für die Leber meist unkritisch. Problematisch wird es, wenn aus den zwei Zügen Gewohnheitspakete mit hohen Tagesmengen werden. Bewusster Umgang zahlt sich aus.
Nächste Schritte - je nach Profil:
Wenn du dir eine einfache Entscheidungsregel merken willst: Kein Risiko? Klein anfangen, Wirkung testen, Dosis deckeln. Ein Risiko? Monitoring dazu. Mehrere Risiken? Ärztlich begleiten lassen.